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SKB Rheinstetten

Chronik der Abteilung Tischtennis

Die ersten Aktivitäten von Spielern des TV Mörsch mit dem kleinen  weißen  Ball, zeigten sich in den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Damals existierte noch das Volkshaus, im Volksmund auch "Rote Halle" genannt, welche sich mit ihrem großen Saal  einigermaßen zum  Tischtennisspiel  eignete. Dass man allerdings vor jedem Training und Mannschaftswettbewerb den bewirtschafteten Saal zuerst Platz schaffend gestalten musste, focht  die von diesem Spiel begeisterten Sportler  nicht an. Eifrig räumte man Tische und Stühle beiseite, schleppte, wenn auch mehr oder weniger  ächzend und schnaufend, die damals noch aus einem Stück bestehenden, schweren Platten, hinter der Bühne heraus nach vorne in den Saal und hoben sie dann auf die zugehörigen Holzböcke. Darüber hinaus wurden dann auch noch Säcke als Spielfeld-Abgrenzung angebracht, denn die beim Spielen auf den Boden fallenden kleinen Bälle waren stets eifrig bestrebt, sich unter  Tischen und Stühlen möglichst schlecht erreichbar  zu verstecken.  Dann, wenn die  Spieler  am Spielende  zwar froh, aber einigermaßen geschafft waren, dann stand halt  noch die umgekehrte Prozedur  des Abräumens an. Doch es war typisch für die damalige Zeit, dass solche unbequeme äußere Bedingungen die Begeisterung und Freude am Tischtennisspiel nicht schmälerten. Im Gegenteil, es entwickelte sich eine Kameradschaft, die man sich heutzutage so nicht mehr vorstellen kann. Dies zeigte sich beispielsweise auch darin, dass man nach dem freitäglichen Training nicht selten erst im Morgengrauen von der Volkshaus - Gaststätte nach Hause kam.

 

Mitte der 70er Jahre als der TV Mörsch im Tiefgestade seine neue Sportanlage in Betrieb nahm, erwählte sich die Tischtennisabteilung die Turnhalle der Albert-Schweitzerschule als neue Spielstätte. Diese Turnhalle bot die Bedingungen dafür, dass sich die Abteilung mit mehreren Mannschaften an den Verbandsspielen des TT-Bezirks beteiligen konnte. Die Forcierung des Wettkampfbetriebes erfolgte so nach und nach, gewissermaßen schleichend. Leider brachte diese Entwicklung mit sich, dass das stärker werdende Konkurrenzdenken der  Spieler untereinander sich allmählich  auf den  Zusammenhalt  der Wettkampfspieler negativ  auswirkte.  Anfangs der 90er Jahre,  als die erste Manschaft, verstärkt durch auswärtige Gastspieler,  in der höchsten  von ihr  erreichten  Spielklasse spielte, war diese Entwicklung nicht mehr zu übersehen. Die erste Mannschaft stand innerhalb der Abteilung distanziert und fast schon isoliert da. Als dann noch die Gastspieler die Abteilung verließen, war Mitte der 90er Jahre der Punkt erreicht wo sich die Abteilung neu sortieren musste. Die Sorgen der Abteilung wurden noch verstärkt durch die zu diesem Zeitpunkt offenbar gewordene finanzielle Schieflage des TV Mörsch. Das Vermögen der Abteilung  wurde  vom  Hauptverein  aufgesogen und die Abteilungskasse  war somit  fast ohne Inhalt. Ebenfalls zu spüren waren auch die Austritte von vielen Mitgliedern aus dem Verein in diesem Zeitraum. Dank dem persönlichen Engagement einzelner Vereinsmitglieder konnte das von finanziellen Stürmen umtobte Vereinsschiff wieder in ruhigere Gewässer geleitet werden. Erfolge in der Jugendarbeit einerseits und ein vorbildlich engagiertes Auftreten der neu formierten ersten Mannschaft verhalfen der Abteilung zum notwendigen Wiederaufschwung.

Neben dem Spielbetrieb der sportlich aktiven Wettkampfspieler in der Turnhalle, hat sich  aus den Reihen der TT-Abteilung  eine  sog.  Hobby-Spielergruppe gebildet, welche sich im Klubhaus des Turnvereins im speziell eingerichteten Tischtennis-Kellerraum etabliert hat. Seit Bestehen des Klubhauses herrscht dort im Keller ein erstaunlich reger Spielbetrieb von  Sportlern, die nicht mehr an Verbands - Wettkampfspielen teilnehmen und, oder die sich als Senioren weiterhin körperlich fit halten wollen. Hier ist festzustellen, dass innerhalb dieser Gruppe, schon von Anbeginn an, immer ein gutes "Miteinander" gepflegt wird.

 Leider konnte man den aktiven Spielern ein solches gutes Miteinander wiederum nach drei Jahren im neuen Jahrhundert nicht mehr bescheinigen. Ein Teil der aktiven Spieler fühlten sich mit den Mitgliedsbedingungen des TV-Mörsch unzufrieden und betrachteten die erhobenen Mitgliedsbeiträge nicht mehr als angemessen. Es kam zu Vereinsaustritten und nachfolgend zur Bildung eines neuen selbständigen Tischtennisvereins im Jahre 2003.

Durch diesen "Aderlass" an aktiven Mitgliedern war die TT- Abteilung plötzlich empfindlich geschwächt und das drohende Ende schien schon denkbar. Bald aber besannen sich die verbliebenen Mitglieder  auf ihre Stärken und brachten die Abteilung wieder in eine stabile Lage. Dank dem besonderen Engagement von mehreren motivierten Mitgliedern, die die notwendige Verantwortung auf sich nahmen, konnten wieder zwei Mannschaften beim Verband gemeldet werden und was besonders wichtig war - die Jugendarbeit konnte ebenfalls wieder aufgenommen werden. Jetzt konnte man wieder stolz auf die Mannschaften sein, die entsprechend ihrer Trikots gerne auch die "Königsblauen" genannt werden.

F. L.